Literarische Epoche · ca. 1720–1785
Aufklärung
Epoche der Vernunft (ca. 1720–1785), die Toleranz, Bildung und individuelle Mündigkeit gegen Aberglaube und Absolutismus stellte.
Historischer Hintergrund
Die Aufklärung entstand im ausgehenden 17. Jahrhundert in England und Frankreich und erreichte den deutschsprachigen Raum vor allem im 18. Jahrhundert. Sie war eine Reaktion auf religiöse Dogmen, absolutistische Willkürherrschaft und die verheerenden Erfahrungen der Religionskriege. Zentrale Denker wie John Locke, Voltaire, Immanuel Kant und Gotthold Ephraim Lessing prägten eine neue Weltsicht, die den eigenständig denkenden, mündigen Menschen ins Zentrum stellte.
Literarische Merkmale
Die Literatur der Aufklärung sollte belehren und zur sittlichen Verbesserung des Menschen beitragen („prodesse et delectare“ – nützen und erfreuen). Beliebte Formen waren die Fabel, das moralische Wochenblatt und das bürgerliche Trauerspiel, das erstmals auch Bürgerliche statt nur Adlige als tragische Helden zuließ.
Wirkung und Nachwirkung
Die Ideale der Aufklärung – Menschenrechte, Gewaltenteilung, religiöse Toleranz – prägen bis heute demokratische Verfassungen weltweit und gelten als geistiges Fundament der modernen westlichen Gesellschaft.
Zentrale Merkmale
- Vernunft (ratio) als höchste Erkenntnisquelle
- Kritik an Aberglaube, Kirche und absolutistischer Herrschaft
- Ideale: Toleranz, Bildung, individuelle Mündigkeit
- Entstehung des bürgerlichen Trauerspiels
- Popularisierung von Wissen durch moralische Wochenschriften
Autoren dieser Epoche
Wichtige Werke dieser Epoche
- Robinson Crusoe (Daniel Defoe, 1719)