Literarische Epoche · ca. 1786–1805
Klassik
Gemeinsame Schaffensphase von Goethe und Schiller in Weimar (ca. 1786–1805), Ideal der Harmonie von Vernunft und Gefühl.
Historischer Hintergrund
Die Weimarer Klassik (etwa 1786–1805) bezeichnet die enge literarische Zusammenarbeit von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller in Weimar. Nach ihrer jeweiligen Sturm-und-Drang-Phase suchten beide Dichter nach einer neuen, ausgewogenen Ästhetik, orientiert am Vorbild der griechischen Antike mit ihrem Ideal der Harmonie.
Literarische Merkmale
Zentrale Werte sind Maß, Harmonie und Humanität. Die Literatur sollte den Menschen durch ästhetische Bildung zu sittlicher Reife erziehen – ein Programm, das Schiller in seinen theoretischen Schriften über ästhetische Erziehung ausformulierte. Formal dominieren klar gegliederte Dramen und Versformen.
Wirkung und Nachwirkung
Die Weimarer Klassik gilt bis heute als Höhepunkt der deutschen Literatur und prägt den schulischen Kanon; Weimar selbst wurde durch Goethe und Schiller zu einem der wichtigsten literarischen Zentren Europas.
Zentrale Merkmale
- Harmonie zwischen Vernunft und Gefühl, Form und Inhalt
- Vorbild: Kunst der griechischen Antike
- Ideal der „edlen Einfalt und stillen Größe“ (Winckelmann)
- Ästhetische Erziehung des Menschen zu Humanität
- Enge Zusammenarbeit von Goethe und Schiller in Weimar
Autoren dieser Epoche
Wichtige Werke dieser Epoche
- Iphigenie auf Tauris (Goethe, 1787)
- Faust (Goethe, 1808/1832)
- Wilhelm Tell (Schiller, 1804)
- Maria Stuart (Schiller, 1800)