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Henrik Ibsen

  • 18281906
  • Norwegen
  • Realismus

Frühes Leben und Bildung

Henrik Johan Ibsen wurde am 20. März 1828 in Skien, Norwegen, als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren, dessen Geschäft jedoch bankrottging, als Henrik acht Jahre alt war – ein sozialer Abstieg, der ihn zeitlebens prägte. Mit 15 Jahren verließ er die Schule und begann eine Apothekerlehre. Erste literarische Versuche entstanden während dieser Zeit; 1850 zog er nach Christiania (heute Oslo), um Medizin zu studieren, wandte sich jedoch bald ganz dem Theater zu.

Werdegang und literarisches Schaffen

Ibsen arbeitete zunächst als Dramaturg und Regisseur an norwegischen Theatern, bevor er 1864 aus Frustration über mangelnde Anerkennung Norwegen verließ und über zwei Jahrzehnte in Italien und Deutschland im Exil lebte. In dieser Zeit entstanden seine bedeutendsten Werke, darunter die Versdramen „Brand“ und „Peer Gynt“ sowie seine bahnbrechenden Gesellschaftsdramen „Ein Puppenheim“ (1879), „Gespenster“ (1881) und „Die Wildente“ (1884), die mit den Konventionen des zeitgenössischen Bühnenrealismus brachen.

Stil, Themen und Bedeutung

Ibsens Dramen stellten gesellschaftliche Tabuthemen wie Ehebetrug, Geschlechtskrankheiten, weibliche Selbstbestimmung und bürgerliche Doppelmoral erstmals offen auf der Bühne zur Diskussion und lösten in ganz Europa Skandale aus. Er gilt als Begründer des modernen Theaters und des sozialkritischen Gesellschaftsdramas; seine Frauenfiguren, allen voran Nora aus „Ein Puppenheim“, wurden zu frühen Symbolfiguren der Frauenemanzipation.

Tod und Nachwirkung

Ibsen kehrte 1891 nach Norwegen zurück und starb am 23. Mai 1906 in Christiania nach mehreren Schlaganfällen. Er gilt heute, neben Shakespeare und Tschechow, als einer der meistgespielten Dramatiker der Weltliteratur und als entscheidender Wegbereiter des modernen, psychologisch motivierten Theaters.

Bekannte Werke

  • Ein Puppenheim
  • Die Wildente
  • Peer Gynt
  • Gespenster
  • Brand
  • Hedda Gabler

Die wichtigsten Werke im Überblick

Ein Puppenheim (Nora)

Nora verlässt am Ende des Dramas Mann und Kinder, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen – ein Skandalstück seiner Zeit und Meilenstein der Frauenemanzipation im Theater.

Peer Gynt

Ein episches Versdrama über einen ruhelosen Träumer auf der Suche nach seinem wahren Selbst – mit der berühmten Musik von Edvard Grieg.

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