Literarische Epoche · ca. 1890–1950
Moderne
Epoche des radikalen Erzählbruchs (ca. 1890–1950), geprägt von Entfremdung, Sinnkrise und fragmentierter Erzählform.
Historischer Hintergrund
Die literarische Moderne (etwa 1890–1950) entstand als radikale Reaktion auf die tiefgreifenden Erschütterungen der Jahrhundertwende: rasante Industrialisierung, Psychoanalyse, Relativitätstheorie und schließlich die traumatischen Erfahrungen zweier Weltkriege stellten traditionelle Gewissheiten radikal infrage.
Literarische Merkmale
Autoren der Moderne brachen bewusst mit chronologischem Erzählen, eindeutigen Bedeutungszuschreibungen und traditionellen Erzählperspektiven. Techniken wie der innere Monolog und der Bewusstseinsstrom versuchten, menschliches Bewusstsein unmittelbarer abzubilden. Zentrale Themen sind Entfremdung, Sinnkrise und die Fragilität menschlicher Identität.
Wirkung und Nachwirkung
Die literarische Moderne revolutionierte das Verständnis von Erzählkunst grundlegend und legte das Fundament für nahezu alle späteren literarischen Strömungen des 20. und 21. Jahrhunderts.
Zentrale Merkmale
- Bruch mit traditionellen, chronologischen Erzählformen
- Innerer Monolog und Bewusstseinsstrom
- Themen: Entfremdung, Sinnkrise, Identitätsverlust
- Reaktion auf Industrialisierung und Weltkriege
- Fragmentierte, oft mehrdeutige Erzählstrukturen
Autoren dieser Epoche
Wichtige Werke dieser Epoche
- Die Verwandlung (Franz Kafka, 1915)
- Der Prozess (Franz Kafka, 1925)
- Buddenbrooks (Thomas Mann, 1901)
- Das Bildnis des Dorian Gray (Oscar Wilde, 1890)
- Doktor Schiwago (Boris Pasternak, 1957)
- Hunger (Knut Hamsun, 1890)
- Duineser Elegien (Rainer Maria Rilke, 1923)
- Schachnovelle (Stefan Zweig, 1942)
- Schneeland (Yasunari Kawabata, 1947)