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Literarische Epoche · ca. 1848–1890

Realismus

Strömung (ca. 1848–1890), die die gesellschaftliche Wirklichkeit genau, aber mit versöhnlicher Erzählhaltung abbildete.

Historischer Hintergrund

Der poetische Realismus entwickelte sich ab etwa 1848 als Reaktion auf das Scheitern der bürgerlichen Revolution und die zunehmende Industrialisierung Europas. Autoren wandten sich von der romantischen Überhöhung ab und wollten die gesellschaftliche Wirklichkeit möglichst genau abbilden.

Literarische Merkmale

Im Unterschied zum späteren Naturalismus mildert der Realismus schroffe soziale Härten durch eine versöhnliche, oft ironisch distanzierte Erzählhaltung (daher „poetischer“ Realismus). Im Zentrum stehen bürgerliches Alltagsleben, Ehekonflikte und gesellschaftliche Konventionen, meist erzählt von einem allwissenden Erzähler.

Wirkung und Nachwirkung

Der Realismus etablierte den Gesellschaftsroman als dominante Form des 19. Jahrhunderts und beeinflusste spätere realistische Strömungen weltweit, von der russischen bis zur amerikanischen Literatur.

Zentrale Merkmale

  • Möglichst genaue, aber versöhnlich gemilderte Wirklichkeitsdarstellung
  • Bürgerliches Alltagsleben und Ehekonflikte als Hauptthemen
  • Feine, oft leicht ironische Erzählhaltung
  • Ablehnung romantischer Überhöhung
  • Aufstieg des Gesellschaftsromans

Wichtige Werke dieser Epoche